Trinkwasser

Das Thema Wasser spielt in der regenarmen Region um Arcoverde eine große Rolle. Die Regenzeit dauert etwa zwei Monate, die übrigen Monate des Jahres liegen die Bäche und Felder trocken. Es gibt in der Müllstraße keine öffentliche Wasserversorgung; jeder Haushalt muss sich selbst mit Wasser versorgen. In diesem Jahr erhielten 21 Familien aus Spenden finanzierte Wassertanks zu je 500 Litern. Diese Wassertanks werden in Brasilien auf den Häusern installiert, so dass sie die Leitungen im Haus mit Wasser versorgen können, und werden in der kurzen regenreichen Zeit mit Regenwasser gefüllt. Außerhalb dieser Zeit können sie beispielsweise mit Tankwagen beliefert werden.

 

Am Ende der Müllstraße, direkt gegenüber der alten Müllhalde von Arcoverde, gibt es eine kleine Straße, die unter dem Namen „Schlammstraße” bekannt ist. Entlang dieser Straße stehen etwa vierzig Hütten in allerschlechtestem Zustand. Die Straße ist nicht befestigt und wird nachts nicht beleuchtet. In den Häusern gibt es kein fließendes Wasser und keine Toiletten, und die Böden und Wände sind über die Jahre stark verschlissen. Gekocht wird in den meisten Häusern über dem offenen Feuer, Möbel gibt es in der Regel keine, und so gut wie alle der Bewohner dieser Straße sind arbeitslos. Sie verdienen etwas Geld, indem sie wiederverwertbare Materialien in der Stadt sammeln, einige produzieren Holzkohle, andere waschen Autos an Tankstellen... und die Kinder arbeiten an den Markttagen und Wochenenden als Träger für Einkaufende, um “zum Haushaltseinkommen beizutragen”.

Das Hauptbedürfnis der Bewohner dieser Straße war Wasser - zum Trinken und für den Allgemeingebrauch. Die Fundação Terra hat in dieser Straße einen Wasserbehälter gebaut, der eine Kapazität von 20.000 Litern hat. Das Wasser wird mit einem Tankwagen gebracht, der es von einer Entsalzungsanlage auf dem Hof Malhada bekommt. Nur die Bewohner der Schlammstraße haben einen Zugangsschlüssel zu dem Wasserbehälter und kontrollieren die Verteilung von täglich 40 Litern pro Familie selbst. Außer in der Schlammstraße gibt es auch auf dem Hof Malhada einen Wasserbehälter, der Wasser aus der Entsalzungsanlage bezieht. Im Quartal von Juli bis September 2013 wurden insgesamt 111 Kubikmeter Wasser an die Familien ausgegeben.

Lebensmittel

 

Der Hunger ist ein wahres Drama. Eine beachtliche Anzahl Menschen muss noch heute Dinge essen, die sie im Müll findet.

Die Gemeinschaftsküche der Fundação Terra bereitet täglich Mahlzeiten für 600 Kinder zu, die sie im Kindergarten oder in der Schule zu sich nehmen. 64 Familien erhalten Grundnahrungspakete durch das Projekt PROVER, und weitere 1500 Familien aus der Müllstraße und zwei Nachbarsiedlungen sind registriert, um Lebensmittel (v.a. Mehl, Bohnen und Reis) vom Nationalen Versorgungs- und Entwicklungsministerium CONAB zu erhalten.

Zur Verteilung von Lebensmitteln und Wasser sowie den Transport von Lehrern, Angestellten und teils auch Schülern stehen zwei Kleinbusse, ein Tankwagen und ein Kleintransporter zur Verfügung, die von vier hauptberuflichen Fahrern gesteuert werden.

 

Wohnungsbau

 

Unterstützung der Familie

 

 

 

Dies ist ein Programm zur Notfallhilfe mit Mitteln des Projektes PROVER, bei dem der Empfänger für eine festgelegte

 

Laufzeit Unterstützung erhält, während der er es schaffen soll, sich eine minimale Selbstversorgung zu erschaffen. Die

 

Empfänger sind Familien in sozialen Risikolagen, die monatlich 50 Reais

(etwa 20 Euro) erhalten, um die

allernotwendigsten Bedürfnisse wie Nahrungsmittel oder ein Arbeitsgerät beschaffen zu können, während sie

gleichzeitig beispielsweise an Alphabetisierungskursen teilnehmen.

 

Derzeit werden von diesem Programm 17 Familien begünstigt, die im Umkreis der Fundação Terra wohnen. Jede Familie

kann sechs Monate daran teilnehmen, wofür die folgenden Kriterien erfüllt sein müssen:

- Nachweis der Notwendigkeit der erbetenen Spende;

- Teilnahme an Alphabetisierungskursen für Erwachsene;

- Teilnahme an anderen Vorträgen oder Versammlungen, die die Fundação Terra organisiert;

- Beachtung grundsätzlicher Vorsichtsmaßnahmen für die Gesundheit und Hygiene.

 

 

 

Haus der Barmherzigkeit

 

 

Dies ist ein Ort, an dem Bettler aufgenommen werden, die nachts durch die Straßen streifen. Am Ende jedes Tages

geht eine Gruppe Freiwilliger durch die Straßen, Plätze und den Busbahnhof, und spricht Menschen an, die auf den

Straßen schlafen (oft durchreisende Arbeiter), um sie zur Übernachtung im Haus der Barmherzigkeit einzuladen. Das

Haus arbeitet nur nachts. Jene, die unsere Gäste sein möchten, erhalten ein Abendessen, können duschen und mit

den Freiwilligen vor dem Schlafengehen beten. Am nächsten Tag kehren die Aufgenommenen auf die Straßen zurück,

um ihre Reise fortzusetzen.

 

 

 

Bau und Renovierung von Wohnhäusern: Projekt Nazareth

 

Der Mangel an Wohnraum oder menschenwürdigen Wohnbedingungen war in der Vergangenheit Grund für eine Reihe

von Problemen in der Bevölkerung. Jene, die kein eigenes Haus besitzen, zahlen bis zu 50% ihres Einkommens für die

Miete. Der verbleibende Rest reicht in der Regel nicht aus, um die Grundbedürfnisse wie Ernährung, Trinkwasser,

Kleidung, Strom usw. zu bezahlen.

Das Programm zum Bau und der Renovierung von Wohnhäusern errichtet derzeit Sanitäranlagen für die Gemeinschaft

der Siedlung Malhada. Bis Ende 2010 wurden so fünf Einheiten errichtet. Parallel dazu werden weiterhin Wohnhäuser in

den städtischen und ländlichen Gemeinschaften errichtet und renoviert.